Winterdienst bis Fahrzeugbau

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Argumentation , erweiterte Argumentation. Meine Waschmaschine läuft seit Einzug problemlos: Zwar sind Veränderungen auch im Kleinen möglich, doch oft scheitert es daran, Nachhaltigkeit im Alltag umzusetzen. Rechtfertigung des Erkenntnisgrunds vgl.

130 Jahre Meingast

Ursprung. Freemium ist ein Kunstwort, bestehend aus free (gratis) und premium. Viele Internetfirmen benutzen Freemium als Geschäftsmodell, so z. B. Spotify, Skype, Flickr, XING, Zynga und Pandora.

Da gibt es keine Gebrauchsanweisung. Da ist jeder Fall anders und allzu oft auch alles andere als eindeutig. Moral ist wichtig, darüber muss man nicht streiten, aber Moral taugt nicht als Ersatz für politische Analyse. Was vermuten Sie, wie wird die Berichterstattung aussehen? Ich befürchte Schlimmes, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren. Sehen Sie propagandistische Elemente in der Berichterstattung deutscher Medien, wenn es um Russland geht? Eine kritische Propagandaanalyse muss her, denn Propaganda können alle: Was sich wie eine Floskel anhört, muss mit Leben gefüllt werden: Darüber hinaus will mir nicht in den Kopf, dass sich in einer Demokratie eine Mehrheit nicht durchsetzen kann.

Jeder, der es kann, sollte in seinem Umfeld für Kontakte und Austausch sorgen. Die beste Investition in Friedenspolitik ist Jugendaustausch auf allen möglichen Ebenen. Das ist wie eine Art Schutzimpfung gegen Borniertheit, gegen Stereotype und auch gegen etablierte Feindbilder. Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele - aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe LeserInnen, um Ihre Unterstützung.

Von Oskar Lafontaine in Teil I. Junge Menschen können sich kein Eigenheim mehr leisten? Gleichheit ist ein wichtiger Wert. Gesprächskreise Aufruf Liste unserer Gesprächskreise. Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Beitrag nicht abgeschickt - E-Mail Adresse kontrollieren! E-Mail-Überprüfung fehlgeschlagen, bitte versuche es noch einmal.

Nehmen wir ferner zwei Waren, z. Welches immer ihr Austauschverhältnis, es ist stets darstellbar in einer Gleichung, worin ein gegebenes Quantum Weizen irgendeinem Quantum Eisen gleichgesetzt wird, z. Was besagt diese Gleichung? Beide sind also gleich einem Dritten, das an und für sich weder das eine noch das andere ist. Ein einfaches geometrisches Beispiel veranschauliche dies. Um den Flächeninhalt aller gradlinigen Figuren zu bestimmen und zu vergleichen, löst man sie in Dreiecke auf.

Das Dreieck selbst reduziert man auf einen von seiner sichtbaren Figur ganz verschiednen Ausdruck - das halbe Produkt seiner Grundlinie mit seiner Höhe. Ebenso sind die Tauschwerte der Waren zu reduzieren auf ein Gemeinsames, wovon sie ein Mehr oder Minder darstellen. Dies Gemeinsame kann nicht eine geometrische, physikalische, chemische oder sonstige natürliche Eigenschaft der Waren sein. Ihre körperlichen Eigenschaften kommen überhaupt nur in Betracht, soweit selbe sie nutzbar machen, also zu Gebrauchswerten.

Innerhalb desselben gilt ein Gebrauchswert grade so viel wie jeder andre, wenn er nur in gehöriger Proportion vorhanden ist.

Oder, wie der alte Barbon sagt:. Als Gebrauchswerte sind die Waren vor allem verschiedner Qualität, als Tauschwerte können sie nur verschiedner Quantität sein, enthalten also kein Atom Gebrauchswert. Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt.

Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützlicher Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit.

Betrachten wir nun das Residuum der Arbeitsprodukte. Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen Substanz sind sie Werte - Warenwerte. Abstrahiert man nun wirklich vom Gebrauchswert der Arbeitsprodukte, so erhält man ihren Wert, wie er eben bestimmt ward.

Das Gemeinsame, was sich im Austauschverhältnis oder Tauschwert der Ware darstellt, ist also ihr Wert. Der Fortgang der Untersuchung wird uns zurückführen zum Tauschwert als der notwendigen Ausdrucksweise oder Erscheinungsform des Werts, welcher zunächst jedoch unabhängig von dieser Form zu betrachten ist.

Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Durch das Quantum der in ihm enthaltenen "wertbildenden Substanz", der Arbeit. Die Arbeit jedoch, welche die Substanz der Werte bildet, ist gleiche menschliche Arbeit, Verausgabung derselben menschlichen Arbeitskraft.

Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht.

Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich-normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen. Nach der Einführung des Dampfwebstuhls in England z.

Der englische Handweber brauchte zu dieser Verwandlung in der Tat nach wie vor dieselbe Arbeitszeit, aber das Produkt seiner individuellen Arbeitsstunde stellte jetzt nur noch eine halbe gesellschaftliche Arbeitsstunde dar und fiel daher auf di e Hälfte seines frühern Werts. Die einzelne Ware gilt hier überhaupt als Durchschnittsexemplar ihrer Art Der Wert einer Ware verhält sich zum Wert jeder andren Ware wie die zur Produktion der einen notwendige Arbeitszeit zu der für die Produktion der andren notwendigen Arbeitszeit.

Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit. Die Produktivkraft der Arbeit ist durch mannigfache Umstände bestimmt, unter anderen durch den Durchschnittsgrad des Geschickes der Arbeiter, die Entwicklungsstufe der Wissenschaft und ihrer technologischen Anwendbarkeit, die gesellschaftliche Kombination des Produktionsprozesses, den Umfang und die Wirkungsfähigkeit der Produktionsprozesses, und durch Naturverhältnisse. Dasselbe Quantum Arbeit stellt sich z. Dasselbe Quantum Arbeit liefert mehr Metalle in reichhaltigen als in armen Minen usw.

Diamanten kommen selten in der Erdrinde vor, und ihre Findung kostet daher im Durchschnitt viel Arbeitszeit. Folglich stellen sie in wenig Volumen viel Arbeit dar. Noch mehr gilt dies vom Diamant. Mit reichhaltigeren Gruben würde dasselbe Arbeitsquantum sich in mehr Diamanten darstellen und ihr Wert sinken.

Gelingt es, mit wenig Arbeit Kohle in Diamant zu verwandeln, so kann sein Wert unter den von Ziegelsteinen fallen. Wir kennen jetzt die Substanz des Werts. Es ist die Arbeit. Es ist die Arbeitszeit.

Seine Form , die den Wert eben zum Tausch-Wert stempelt, bleibt zu analysieren. Vorher jedoch sind die bereits gefundenen Bestimmungen etwas näher zu entwickeln. Ein Ding kann Gebrauchswert sein, ohne Wert zu sein. Es ist dies der Fall, wenn sein Nutzen für den Menschen nicht durch Arbeit vermittelt ist.

So Luft, jungfräulicher Boden, natürliche Wiesen, wildwachsendes Holz usw. Ein Ding kann nützlich und Produkt menschlicher Arbeit sein, ohne Ware zu sein. Wer durch sein Produkt sein eignes Bedürfnis befriedigt, schafft zwar Gebrauchswert, aber nicht Ware. Der mittelalterlichen Bauer produzierte das Zinskorn für den Feudalherrn, das Zehntkorn für den Pfaffen. Ist es nutzlos, so ist auch die in ihm enthaltene Arbeit nutzlos, zählt nicht als Arbeit und bildet daher keinen Wert.

Diese zwieschlächtige Natur der in der Ware enthaltenen Arbeit ist zuerst von mir kritisch nachgewiesen worden. Nehmen wir zwei Waren, etwa einen Rock und 10 Ellen Leinwand.

Der Rock ist ein Gebrauchswert, der ein besonderes Bedürfnis befriedigt. Um ihn hervorzubringen, bedarf es einer bestimmten Art produktiver Tätigkeit. Unter diesem Gesichtspunkt wird sie stets betrachtet mit Bezug auf ihren Nutzeffekt. Wie Rock und Leinwand qualitativ verschiedne Gebrauchswerte, so sind die ihr Dasein vermittelnden Arbeiten qualitativ verschieden - Schneiderei und Weberei. Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten.

Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert. In der Gesamtheit der verschiedenartigen Gebrauchswerte oder Warenkörper erscheint eine Gesamtheit ebenso mannigfaltiger, nach Gattung, Art, Familie, Unterart, Varietät verschiedner nützlicher Arbeiten - eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.

Nur Produkte selbständiger und voneinander unabhängiger Privatarbeiten treten einander als Waren gegenüber. Man hat also gesehn: Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d.

Dem Rock ist es übrigens gleichgültig, ob er vom Schneider oder vom Kunden des Schneiders getragen wird. In beiden Fällen wirkt er als Gebrauchswert. Wo ihn das Kleidungsbedürfnis zwang, hat der Mensch jahrtausendelang geschneidert, bevor aus einem Menschen ein Schneider ward. Als Bildnerin von Gebrauchswerten, als nützliche Arbeit, ist die Arbeit daher eine von allen Gesellschaftsformen unabhängige Existenzbedingung des Menschen, ewige Naturnotwendigkeit, um den Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur, also das menschliche Leben zu vermitteln.

Die Gebrauchswerte Rock, Leinwand usw. Zieht man die Gesamtsumme aller verschiednen nützlichen Arbeiten ab, die in Rock, Leinwand usw. Der Mensch kann in seiner Produktion nur verfahren, wie die Natur selbst, d. Arbeit ist also nicht der einzige Quelle der von ihr produzierten Gebrauchswerte, des stofflichen Reichtums. Nach unsrer Unterstellung hat der Rock den doppelten Wert der Leinwand.

Dies ist aber nur ein quantitativer Unterschied, der uns zunächst noch nicht interessiert. Aber Schneiderei und Weberei sind qualitativ verschiedne Arbeiten. Es gibt jedoch Gesellschaftszustände, worin derselbe Mensch abwechselnd schneidert und webt, diese beiden verschiednen Arbeitsweisen daher nur Modifikationen der Arbeit desselben Individuums und noch nicht besondre feste Funktionen verschiedner Individuen sind, ganz wie der Rock, den unser Schneider heute, und die Hosen, die er morgen macht, nur Variationen derselben individuellen Arbeit voraussetzen.

Schneiderei und Weberei, obgleich qualitativ verschiedne produktive Tätigkeiten, sind beide produktive Verausgabung von menschlichem Hirn, Muskel, Nerv, Hand usw. Es sind nur zwei verschiedne Formen, menschliche Arbeitskraft zu verausgaben. Der Wert der Ware aber stellt menschliche Arbeit schlechthin dar, Verausgabung menschlicher Arbeit überhaupt. Sie ist Verausgabung einfacher Arbeitskraft, die im Durchschnitt jeder gewöhnliche Mensch, ohne besondere Entwicklung, in seinem leiblichen Organismus besitzt.

Die einfache Durchschnittsarbeit selbst wechselt zwar in verschiednen Ländern und Kulturepochen ihren Charakter, ist aber in einer vorhandnen Gesellschaft gegeben. Eine Ware mag das Produkt der kompliziertesten Arbeit sein, ihr Wert setzt sie dem Produkt einfacher Arbeit gleich und stellt daher selbst nur ein bestimmtes Quantum einfacher Arbeit dar. Der Vereinfachung halber gilt uns im Folgenden jede Art Arbeitskraft unmittelbar für einfache Arbeitskraft, wodurch nur die Mühe der Reduktion erspart wird.

Wie also in den Werten Rock und Leinwand von dem Unterschied ihrer Gebrauchswerte abstrahiert ist, so in den Arbeiten, die sich in diesen Werten darstellen, von dem Unterschied ihrer nützlichen Formen, der Schneiderei und Weberei.

Wenn 1 Rock x, stellen 2 Röcke 2 x Arbeitstage dar usw. Nimm aber an, die zur Produktion eines Rocks notwendige Arbeit steige auf das Doppelte oder falle um die Hälfte. Im ersten Fall hat ein Rock soviel Wert als vorher zwei Röcke, im letztern Fall haben zwei Röcke nur soviel Wert als vorher einer, obgleich in beiden Fällen ein Rock nach wie vor dieselben Dienste leistet und die in ihm enthaltene nützliche Arbeit nach wie vor von derselben Güte bleibt.

Aber das in seiner Produktion verausgabte Arbeitsquantum hat sich verändert. Mit zwei Röcken kann man zwei Menschen kleiden, mit einem Rock nur einen Menschen usw. Diese gegensätzliche Bewegung entspringt aus dem zwieschlächtigen Charakter der Arbeit. Die nützliche Arbeit wird daher reichere oder dürftigere Produktenquelle im direkten Verhältnis zum Steigen oder Fallen ihrer Produktivkraft. Da die Produktivkraft der konkreten nützlichen Form der Arbeit angehört, kann sie natürlich die Arbeit nicht mehr berühren, sobald von ihrer konkreten nützlichen Form abstrahiert wird.

Aber sie liefert in demselben Zeitraum verschiedene Quanta Gebrauchswerte, mehr, wenn die Produktivkraft steigt, weniger, wenn sie sinkt. Alle Arbeit ist einerseits Verausgabung menschlicher Arbeitskraft im physiologischen Sinn, und in dieser Eigenschaft gleicher menschlicher oder abstrakt menschlicher Arbeit bildet sie den Warenwert.

Alle Arbeit ist andrerseits Verausgabung menschlicher Arbeitskraft in besondrer zweckbestimmter Form, und in dieser Eigenschaft konkreter nützlicher Arbeit produziert sie Gebrauchswerte. Es ist dies ihre hausbackene Naturalform. Sie sind jedoch nur Waren, weil Doppeltes, Gebrauchsgegenstände und zugleich Wertträger. Sie erscheinen daher nur als Waren oder besitzen nur die Form von Waren, sofern sie Doppelform besitzen, Naturalform und Wertform.

Im graden Gegenteil zur sinnlich groben Gegenständlichkeit der Warenkörper geht kein Atom Naturstoff in ihre Wertgegenständlichkeit ein. Wir gingen in der Tat vom Tauschwert oder Austauschverhältnis der Waren aus, um ihrem darin versteckten Wert auf die Spur zu kommen. Wir müssen jetzt zu dieser Erscheinungsform des Wertes zurückkehren. Hier gilt es jedoch zu leisten, was von der bürgerlichen Ökonomie nicht einmal versucht ward, nämlich die Genesis dieser Geldform nachzuweisen, also die Entwicklung des im Wertverhältnis der Waren enthaltenen Wertausdrucks von seiner einfachsten unscheinbarsten Gestalt bis zur blendenden Geldform zu verfolgen.

Damit verschwindet zugleich das Geldrätsel. Das einfachste Wertverhältnis ist offenbar das Wertverhältnis einer Ware zu einzigen verschiedenartigen Ware, gleichgültig welcher. Das Wertverhältnis zweier Waren liefert daher den einfachsten Wertausdruck für eine Ware. Die beiden Pole des Wertausdrucks: Relative Wertform und Äquivalentform. Das Geheimnis aller Wertform steckt in dieser einfachen Wertform. Ihre Analyse bietet daher die eigentliche Schwierigkeit.

Die erste Ware spielt eine aktive, die zweite eine passive Rolle. Der Wert der ersten Ware ist als relativer Wert dargestellt, oder sie befindet sich in relativer Wertform. Die zweite Ware funktioniert als Äquivalent oder befindet sich in Äquivalentform. Pole desselben Wertausdrucks; sie verteilen sich stets auf die verschiedenen Waren, die der Wertausdruck aufeinander bezieht. Die Gleichung sagt vielmehr umgekehrt: Der Wert der Leinwand kann also nur relativ ausgedrückt werden, d.

Andrerseits, diese andre Ware, die als Äquivalent figuriert, kann sich nicht gleichzeitig in relativer Wertform befinden. Nicht sie drückt ihren Wert aus. Sie liefert nur dem Wertausdruck andrer Ware das Material. Dieselbe Ware kann also in demselben Wertausdruck nicht gleichzeitig in beiden Formen auftreten. Man verfährt meist grade umgekehrt und sieht im Wertverhältnis nur die Proportion, worin bestimmte Quanta zweier Warensorten einander gleichgelten. Aber die zwei qualitativ gleichgesetzten Waren spielen nicht dieselbe Rolle.

Nur der Wert der Leinwand wird ausgedrückt. Durch ihre Beziehung auf den Rock als ihr "Äquivalent" oder mit ihr "Austauschbares". In diesem Verhältnis gilt der Rock als Existenzform von Wert, als Wertding, denn nur als solches ist er dasselbe wie die Leinwand. Andrerseits kommt das eigne Wertsein der Leinwand zum Vorschein oder erhält einen selbständigen Ausdruck, denn nur als Wert ist sie auf den Rock als Gleichwertiges oder mit ihr Austauschbares bezüglich.

So ist die Buttersäure ein vom Propylformat verschiedner Körper. Durch die Gleichsetzung des Propylformats mit der Buttersäure wäre also ihre chemische Substanz im Unterschied von ihrer Körperform ausgedrückt. Anders im Wertverhältnis einer Ware zur andern. Ihr Wertcharakter tritt hier hervor durch ihre eigne Beziehung zu der andern Ware. Nun ist zwar die Schneiderei, die den Rock macht, eine von der Weberei, die die Leinwand macht, verschiedenartiger konkrete Arbeit.

Aber die Gleichsetzung mit der Weberei reduziert die Schneiderei tatsächlich auf das in beiden Arbeiten wirklich Gleiche, auf ihren gemeinsamen Charakter menschlicher Arbeit. Nur der Äquivalenzausdruck verschiedenartiger Waren bringt den spezifischen Charakter der wertbildenden Arbeit zum Vorschein, indem er die in den verschiedenartigen Waren steckenden, verschiedenartigen Arbeiten tatsächlich auf ihr Gemeinsames reduziert, auf menschliche Arbeit überhaupt 17a.

Es genügt indes nicht, den spezifische Charakter der Arbeit auszudrücken, woraus der Wert der Leinwand besteht. Menschliche Arbeitskraft im flüssigen Zustand oder menschliche Arbeit bildet Wert, aber ist nicht Wert. Sie wird Wert in geronnenem Zustand, in gegenständlicher Form. Die Aufgabe ist bereits gelöst.

Er gilt hier daher als ein Ding, worin Wert erscheint oder welches in seiner handgreiflichen Naturalform Wert darstellt. Ein Rock drückt ebensowenig Wert aus als das erste beste Stück Leinwand.

In der Produktion des Rockes ist tatsächlich, unter der Form der Schneiderei, menschliche Arbeitskraft verausgabt worden. Es ist also menschliche Arbeit in ihm aufgehäuft. Und im Wertverhältnis der Leinwand gilt er nur nach dieser Seite, daher als verkörperter Wert, als Wertkörper. Trotz seiner zugeknöpften Erscheinung hat die Leinwand in ihm die stammverwandte schöne Wertseele erkannt. Als Gebrauchswert ist die Leinwand ein vom Rock sinnlich verschiednes Ding, als Wert ist sie "Rockgleiches" und sieht daher aus wie ein Rock.

Wir pflegen zu sagen, wir hätten uns unsere Eltern nicht wählen können, sie wären uns vielmehr vom Schicksal zugewiesen worden. Im Gegenteil, die Gestaltung unseres Lebens ist in unsere Hand gegeben.

Hier sind die Familien der edelsten Geister. Wähle dir, in welche du aufgenommen werden willst. Diese Güter aber wirst du nicht in schmutziger und knausriger Gesinnung bewachen müssen. Diese edlen Geister zeigen dir, wie man zur Ewigkeit gelangt, und erheben dich dorthin, wo es keinen Sturz mehr gibt. Das ist also eine Möglichkeit, die Grenzen unseres sterblichen Daseins zu erweitern, ja dieses Dasein in Unsterblichkeit zu verwandeln. Ehrentitel und Denkmäler und was sonst noch ein ehrgeiziger Machthaber durch Erlasse anordnet oder an Bauwerken auftürmt, das alles stürzt bald in sich zusammen, das alles wird mit der Zeit zerstört und geändert.

Aber den Werten, denen die Weisheit die höhere Weihe gegeben hat, kann das Alter nichts anhaben. Kein Zeitalter kann sie zerstören oder in ihrem Wert mindern. Jedes folgende und weitere steigert vielmehr noch die Verehrung. Das Leben des Weisen also umspannt einen weiten Zeitraum. Es sind ihm nicht wie dem anderer Menschen enge Grenzen gesteckt. Er allein ist unabhängig von den Gesetzen, die das Menschengeschlecht binden. Alle Zeitalter dienen ihm wie einem göttlichen Wesen. Die Vergangenheit bewahrt er in der [15] Erinnerung, die Gegenwart nutzt er voll aus, die Zukunft nimmt er vorweg.

Jetzt, solange das Leben noch frisch ist und wir noch auf der Höhe der Kraft stehen, sollten wir uns dem Besseren zuwenden! Es wartet deiner bei solcher Lebensart eine Fülle wissenschaftlicher Einsichten, die Liebe zur sittlichen Vollkommenheit und die Möglichkeit ihrer praktischen Betätigung.

Deine früheren Leidenschaften wirst du vergessen, du wirst lernen zu leben und zu sterben, du wirst eine erhabene Ruhe allen irdischen Dingen gegenüber gewinnen. Du willst aber ein Teilproblem vom Ganzen abtrennen und eine einzelne Frage gesondert gelöst haben. Das Hauptproblem mag derweilen noch offen bleiben. So werde ich denn die dankbare Aufgabe übernehmen und die Sache der Götter vertreten. Ich werde dich wieder mit den Göttern aussöhnen, die mit allen guten Menschen gut umgehen.

Zwischen den guten Menschen und den Göttern besteht Freundschaft. Die sittliche Vollkommenheit spielt hierbei die Rolle eines Vermittlers. Besteht denn nur Freundschaft zwischen Göttern und guten Menschen? Nein, notwendige Verbundenheit und Ähnlichkeit, da sich der gute Mensch nur durch die Dauer seines Gutseins von Gott unterscheidet.

Er ist Schüler und Nacheiferer Gottes, sein rechtgeborener Sohn, den jener erhabene Vater als energischer Hüter der Tugend etwas streng erzieht. Unsere Söhne halten wir in strenger Disziplin, wir unterstützen dagegen den Übermut junger Sklaven. Nimm nun das gleiche von Gott an: Warum begegnet aber dem guten Menschen soviel Widerwärtiges? Wie die zahlreichen Ströme, die mächtigen Regengüsse, die kräftigen Heilquellen den Geschmack des Meerwassers nicht ändern, nicht einmal abschwächen, so kann auch der Ansturm feindlicher Gewalten die Geisteshaltung des tapferen Mannes nicht wankend machen.

Er bleibt bei seiner aufrechten Haltung und teilt allen Ereignissen eine bestimmte Färbung mit. Er besiegt sie jedoch und erhebt sich in Ruhe und Gelassenheit über alle Angriffe. Welcher Mann aber wünschte sich nicht in seinem Streben nach Ehre rechte Anstrengung, und wer wäre nicht bereit, seine Pflicht zu tun, auch wenn es mit Gefahren verbunden wäre?

Für den Mann der Tat ist das Nichtstun eine Strafe. Wir sehen, wie Athleten, denen es um ihre Kraft zu tun ist, gerade mit den Tapfersten kämpfen. Sie verlangen [18] von denen, mit deren Hilfe sie sich auf den Kampf vorbereiten, sie sollten alle ihre Kraft gegen sie anwenden. Sie lassen sich zerschlagen und verletzen und wenn sie einen einzelnen Gegner, der ihnen gewachsen ist, nicht finden können, dann treten sie zugleich gegen mehrere an. Die Tapferkeit schwindet, wenn sie keinen Gegner hat.

Sie dürfen sich vor harten und schweren Schlägen nicht fürchten und dürfen sich über das Schicksal nicht beklagen.

Was auch geschieht, sie müssen damit zufrieden sein und es zum Guten wenden. Nicht was, sondern wie man es trägt, ist wichtig. Tönt und klingt er mir doch noch in den Ohren:. Er schien ihnen nicht würdig, einmal einen erfolgreichen Kampf mit dem Schicksal zu bestehen. Das Schicksal meidet den Feigling, als wolle es sagen: Er wird sofort die Waffen sinken lassen. Gegen ihn habe ich nicht meine ganze Kraft einzusetzen.

Er wird schon durch eine leichte Drohung umgeworfen. Nicht einmal meinen Blick kann [19] er ertragen. Ich werde mich nach einem anderen umsehen, mit dem ich den Kampf aufnehmen könnte. Das Schicksal verfährt ebenso: Es sucht sich die Tapfersten als Partner aus.

An manchen Menschen dagegen geht es mit Verachtung vorüber. Gegen solche Menschen richtet es seine ganze Kraft: Du hast den Kranz gewonnen, aber nicht den Sieg. Ich beglückwünsche dich nicht als Helden, sondern wie einen Mann, dem die Würde eines Konsuls oder Prätors zugefallen ist: Du bist um eine Ehre reicher geworden.

Ebenso kann ich zu einem guten Menschen sagen, wenn ihm keine schwierige Situation Gelegenheit bietet, seine Charakterstärke zu zeigen:. Niemand kann beurteilen, was in deinen Kräften steht, nicht einmal du selbst. Um sich kennenzulernen, bedarf es der Probe. Was man kann, erfährt man nur bei einer Prüfung. Daher haben sich manche Menschen dem Unglück sogar in die Arme geworfen, wenn es ihnen nicht von selbst in den Weg kam. Sie haben eine Gelegenheit gesucht, bei der sie ihre sittliche Vollkommenheit, die sonst hätte im Verborgenen bleiben müssen, leuchten lassen konnten.

Gott ist besonders auf das Wohl der Menschen bedacht, deren moralische Höherentwicklung er wünscht. Er schafft [21] ihnen die Voraussetzungen für eine kühne und tapfere Tat.

Den guten Steuermann lernt man erst im Sturm kennen, den guten Soldaten erst in der Schlacht. Woher soll ich wissen, ob du den Verlust deiner Kinder mit Gleichmut tragen würdest, wenn du deine Familie vollzählig um dich versammelt siehst?

Ich hörte, wie du anderen Trost zusprachst. Nun hätte ich gern gesehen, ob du dich auch selbst trösten könntest, ob du dem eigenen Schmerz Einhalt gebieten kannst. Das Unglück ist eine Gelegenheit, tapfere Gesinnung zu zeigen. Wie ein Schiff auf regungslosem Meer liegen sie in träger Untätigkeit fest. Flieht das entnervende Glück!

Durch das Glück werden die Menschen weichlich. Es versetzt das Gehirn in Aufruhr, spiegelt uns Wahnbilder vor und hüllt Irrtum und Wahrheit in undurchsichtiges Dunkel.

Die Götter wenden also den guten Menschen gegenüber dasselbe Prinzip an wie die Lehrer bei ihren Schülern. Was ist also verwunderlich daran, wenn Gott edlen Geistern harte Prüfungen auferlegt? Eine Tapferkeitsprobe kann nie schonend sein. Das Schicksal schlägt uns tiefe Wunden. Ertragen wir diese Schläge! Ist es doch nicht blindes Wüten, sondern ein edler Wettkampf.

Je öfter wir zu diesem Wettkampf antreten, um so tapferer werden wir. Wir müssen uns dem Schicksal zur Verfügung stellen und uns vom Schicksal gegen alle Schicksalsschläge abhärten lassen. Allmählich werden wir uns dem Schicksal gewachsen fühlen. So sind Seeleute gegen die Seekrankheit gefeit, Bauernhände sind hart, die Muskeln des Soldaten sind [23] stark genug, um Wurfgeschosse zu schleudern, die Glieder eines Läufers sind beweglich.

Bei einem jeden ist die Fähigkeit am besten ausgebildet, die er geübt hat. Zur Verachtung des Leidens gelangen wir auch erst durch das Erdulden des Leidens. Nur dann ist ein Baum fest und widerstandsfähig, wenn er oft vom Winde gezaust wird, denn gerade infolge dieser heftigen Bewegungen wurzelt er tiefer und klammert sich mit seinen Wurzeln fester an.

Bäume, die in einem heiteren Tale wachsen, sind nicht so widerstandsfähig. Es geschieht also im eigenen Interesse der guten Menschen, wenn sie oft in gefährliche Situationen kommen. Unerschrockene Kämpfer sollen aus ihnen werden. Manche Dinge lassen sich nicht trennen. Sie hängen unteilbar zusammen.

Energielose Menschen, die zum Schlaf neigen oder zu einem Wachen, das dem Schlafen ähnelt, sind aus trägen Elementen aufgebaut. Damit aber ein Mann im wahren Sinne des Wortes zustande kommt, bedarf es eines härteren Schicksals. Sein Weg darf nicht auf ebener Bahn verlaufen.

Im Feuer erweist sich das Gold als echt, im Unglück der tapfere Mann. Alles Böse hält er von ihnen fern, nämlich Verbrechen und ehrlose Handlungen, schändliche Gedanken und habgierige Absichten, blinde Begierde und Habsucht, die nach fremdem Besitz trachtet.

Ihr wahres Selbst behütet und beschützt er. Will man etwa von Gott verlangen, er solle auch noch auf das Gepäck der guten Menschen aufpassen? Demokrit warf seinen Reichtum von sich in der Überzeugung, Reichtum sei nur eine Last für einen Menschen mit edler Gesinnung. Wo sie doch zuweilen selbst ihr Vaterland verlassen, um nicht wieder zurückzukehren.

Wo sie doch manchmal selbst Hand an sich legen. Warum müssen sie all dies Schwere ertragen? Um andere das Ertragen zu lehren. Sie sind zum Vorbild geboren. Andere habe ich mit Scheinwerten umgeben und sie in ihrer Eitelkeit mit einem langen, trügerischen Traum genarrt. Ich habe sie mit Gold, Silber und Elfenbein ausgestattet. An inneren Werten aber fehlt es ihnen gänzlich. Die Leute, die ihr für glücklich haltet, sind in Wirklichkeit elend, von schmutziger Gesinnung, wenn man nicht nur die Fassade betrachtet, sondern hinter die Kulissen schaut.

Ihr Glück ist nicht festgegründet und echt. Es ist nur Schale und nur eine dünne Schale. Ich gab euch die Kraft zu verachten, was andere fürchten. Ich gab euch Abscheu vor niederen Vergnügungen.

Eure Werte sind innerlicher Art. Des Glückes nicht zu bedürfen, das ist euer Glück. Nach allem, was du [70] mir schreibst, und was ich höre, gewinne ich festes Zutrauen zu deiner inneren Entwicklung. Du eilst nicht planlos hin und her und beunruhigst dich nicht durch andauernden Aufenthaltswechsel.

Solche innere Unruhe ist ein Zeichen kranker Gemütsverfassung. Man soll bei bestimmten Geistern verweilen und Nahrung aus ihnen schöpfen, wenn man einen festen geistigen Besitz gewinnen will. Wer überall sein will, ist nirgendwo zu Hause. Wer sein Leben auf der Wanderschaft verbringt, findet viele Herbergen, aber keine Freundschaft.

Das gleiche erleben die Leute, die sich keinem geistigen Führer anvertrauen, sondern hastig über alles hinwegeilen. Eine Speise, die sogleich wieder ausgeschieden wird, nützt nichts und kommt dem Körper nicht zugute. Nichts hindert die Genesung so sehr als häufiger [27] Wechsel der Heilmittel. Eine Wunde, an der Medikamente ausprobiert werden, kann nicht zur Vernarbung kommen.

Eine Pflanze, die dauernd umgepflanzt wird, kann nicht gedeihen. Kein Ding kann bei dauerndem Wechsel Segen bringen, mag es noch so nützlich sein.

Auch eine Menge Bücher wirkt zerstreuend. Aber es macht mir Freude, bald in dieses, bald in jenes Buch hineinzuschauen. Aber diese verschiedenartigen Kostproben belasten nur den Magen und haben keinen Nährwert. Lies daher immer nur bewährte Autoren. Erlaubst du dir aber einmal eine Abschweifung, so kehre doch bald wieder zu den bewährten zurück.

Ich tue das auch. Aus dem, was ich lese, greife ich mir einen Spruch heraus. Freudig getragene Armut ist ein sittlicher Wert, sagt er. Tatsächlich besteht keine wirkliche Armut mehr, wenn man die Armut freudig trägt. Denn arm ist nicht, wer zu wenig hat, sondern wer zuviel begehrt. So wirst du um so länger die segensreichen Folgen deines inneren Fortschritts und deiner Gelassenheit empfinden können.

Du wirst sie zwar schon spüren, während du noch an deiner Besserung arbeitest, während du dich noch um innere Ruhe bemühst. Aber wesentlich anders ist doch die Freude, die man bei der Betrachtung eines fehlerfreien und lauteren Charakters empfindet. Du hast sicher noch in lebendiger Erinnerung, welche tiefe Freude du empfandest, als du die Toga des Kindes ablegtest und die Toga des Mannes um deine Schultern nahmst und auf das Forum geleitet wurdest: Das ist um so schlimmer, weil wir die Würde von Greisen und die Charakterfehler von Knaben haben, nicht nur von Knaben, sondern von kleinen Kindern: Ein Leben in Ruhe kann dem nicht zufallen, der gar zuviel über seine Sicherheit nachdenkt, und der im langen Leben einen hohen Wert sieht.

Mache dich täglich aufs neue mit dem Gedanken vertraut, in vollem Gleichmut das Leben zu verlassen. Die meisten schwanken [29] zwischen Todesfurcht und Lebensqual jämmerlich hin und her. Sie wollen nicht leben und wissen nicht zu sterben. Nur das Gut kann dem Besitzer wertvolle Dienste leisten, auf dessen Verlust er innerlich vorbereitet ist.

Diese und ähnliche Gedanken sollen wir in uns bewegen, wenn wir in Gelassenheit jene letzte Stunde erwarten wollen. Denn die Furcht vor dieser Stunde macht uns alle anderen Stunden unruhig. Ich ermahne dich nicht nur, in diesem Bemühen fortzufahren, sondern ich bitte dich sogar darum. Eine Warnung darf ich dir noch mitgeben: Was wird erst geschehen, wenn wir uns [30] gegen die Lebensgewohnheiten der Menschen auflehnen?

Unsere Toga soll weder durch ihren Glanz noch durch ihren Schmutz auffallen. Unser Streben soll es sein, ein besseres Leben zu führen als die Menge, nicht aber ein Leben, das nur aus dem gewohnten Rahmen herausfällt. Alle diese Werte gehen uns verloren, wenn wir das Leben eines Sonderlings führen. Ausgeklügelte Leckereien begehren, ist Luxus. Einfachheit verlangt die Philosophie, nicht Kasteiung.

Folgende Lebensweise findet meinen Beifall: Wir sollen in unserem Leben die Forderungen des moralischen Gesetzes und die Ansprüche der allgemeinen Sitte ins richtige Verhältnis zueinander bringen. Unsere Lebensführung soll den Menschen Hochachtung abnötigen. Sie sollen uns aber noch verstehen können. Wie denn, sollen wir das gleiche tun wie alle übrigen? Soll kein Unterschied zwischen uns und ihnen sein? Wer unser Haus betritt, soll uns selbst mehr bewundern als unseren Hausrat.

Es ist ein Zeichen von sittlicher Schwäche, wenn man Reichtum nicht ertragen kann. Nun will ich noch eine kleine Lesefrucht des heutigen Tages mit dir teilen.

Ich wundere mich nicht über diese Verknüpfung, denn beide sind Ausdruck mangelnden inneren Gleichgewichtes, [32] beide beruhen auf der ängstlichen Erwartung der Zukunft. Tiere fliehen nur die Gefahr, die ihnen unmittelbar vor Augen steht. Sind sie ihr entronnen, so sind sie ruhig.

Wir quälen uns auch mit dem Zukünftigen und mit dem Vergangenen ab. Niemand ist nur durch gegenwärtiges Leid unglücklich. Damit will ich nicht behaupten, es sei nichts mehr in mir, das der Wandlung bedarf. Das wage ich nicht einmal zu hoffen. Habe ich doch noch viele Eigenschaften, die der Sammlung bedürfen, die abgeschwächt oder ausgetilgt werden müssen!

Manche Kranke beglückwünscht man, wenn sie anfangen, sich krank zu fühlen. Ich habe das Bedürfnis, dich teilnehmen zu lassen an dieser meiner plötzlichen inneren Wandlung.

Dann erst kann ich richtiges Vertrauen zu unserer Freundschaft haben, einer wahren Freundschaft, die weder durch Hoffnung und Furcht noch durch Sorge um eigenen Vorteil zerrissen werden kann, einer Freundschaft, die man mit in den Tod nimmt, für die man in den Tod geht. Ich könnte dir viele Menschen nennen, die wohl Freunde hatten, aber keine wirkliche Freundschaft kannten. Das ist nicht möglich, wenn uns ein gemeinsames geistiges [33] Streben nach dem Guten leitet.

Du kannst nicht ermessen, wieviel Tatkraft mir Tag für Tag zuströmt. Schicke auch mir, sagst du, jene Heilmittel, die sich bei dir als derartig wirksam erwiesen haben.

Tatsächlich will ich dich gern mit meinen Schätzen überschütten, freue ich mich doch nur deshalb des Lernens, damit ich selbst lehren kann. Eine Erkenntnis, die ich nur für mich allein besitzen dürfte, würde mir keine Freude machen, mag sie auch noch so überragend und heilsam sein. Ohne teilnehmenden Genossen macht uns kein Besitz Freude. Mehr aber noch wird dir das lebendige Wort und der persönliche Umgang nützen als die philosophische Abhandlung. Erstens glaubt man den Augen mehr als den Ohren, dann aber ist auch der Weg über die Vorschriften lang, dagegen kurz und wirkungsvoll der Weg über das lebendige Beispiel.

Kleanthes hätte Zenons Lehre nicht so deutlich darstellen können, wenn er ihn nur gehört hätte. Aber nicht allein im Interesse deines Fortschrittes will ich dich hierher holen, sondern auch zu meiner eigenen Förderung. Ich schulde dir übrigens noch den täglichen Sold, und ich will dir deshalb noch sagen, welche Stelle bei Hekaton mir heute besondere Freude bereitete: Du fragst, sagt er, was ich erreicht habe?

Du fragst, was man meiner Meinung nach vor allem meiden müsse? Noch kannst du dich ihr nicht ohne Gefahr überlassen. Ich wenigstens bekenne meine Schwäche offen: Was ich bereits geordnet hatte, gerät wieder in Verwirrung. Einige der Fehler, die ich bereits ausgemerzt hatte, stellen sich wieder ein. Das gleiche erleben wir an uns, die wir uns von einer langen Krankheit unseres Charakters erholen.

Die Unterhaltung mit vielen Leuten ist schädlich für uns. Sogar die sittlichen Grundsätze eines Sokrates, Cato und Laelius hätten durch das schlechte Beispiel der Masse erschüttert werden können. Erst recht also kann keiner von uns, die wir noch damit beschäftigt sind, die rechte innere Haltung zu gewinnen, dem Ansturm der Laster widerstehen, wenn sie mit einem derart riesigen Gefolge auftreten. Ein Beispiel von Luxus oder Habgier kann schon viel Unheil stiften. Ein reicher Nachbar reizt unsere Begehrlichkeit.

Ein bösartiger Weggenosse steckt auch einen reinen und harmlosen Begleiter mit seiner inneren Fäulnis an. Ziehe dich daher soviel wie möglich in dich selbst zurück. Verkehre nur mit Menschen, durch die du selbst besser werden kannst. Die innere Förderung ist dann gegenseitig, denn man lernt, wenn man lehrt. Es ist auch nicht gut, wenn dich ruhmbegieriges Verlangen, deine Begabung sehen zu lassen, zu öffentlichem Auftreten verleitet und wenn du den Leuten deine Arbeiten vorlesen und mit ihnen diskutieren willst.

Ich hätte vielleicht nichts dagegen, wenn du etwas zu bieten hättest, das für die Menge geeignet wäre. Aber keiner kann dich wirklich verstehen. Vielleicht der eine oder der andere. Aber auch diesen wirst du dir noch formen und erziehen müssen, damit er dich verstehen lernt. Für wen also habe ich das alles gelernt? Du hast für dich selbst gelernt. Solche Worte, mein Lucilius, solltest du dir zu Herzen nehmen.

Dann wirst du auch das Vergnügen verachten lernen, das öffentliche Anerkennung gewähren kann. Es loben dich viele. Aber hast du Grund, mit dir zufrieden zu sein, wenn dich viele verstehen? Deine wahren Werte sollen innerlicher Art sein.

Wo bleiben da eure Vorschriften, die besagen, man [37] solle bis zum letzten Atemzuge unermüdlich tätig sein? Aber gerade dazu will ich dich überreden. Kein Tag vergeht mir in trägem Nichtstun. Noch einen Teil der Nacht widme ich meinen wissenschaftlichen Arbeiten. Ich überlasse mich nicht freiwillig dem Schlaf, sondern ich werde von ihm überwältigt. Ich hefte meine Augen auf die Arbeit, auch wenn sie von durchwachten Nächten ermüdet sind und zuzufallen drohen.

Nicht nur von den Menschen habe ich mich zurückgezogen, sondern auch von den Geschäften, insbesondere von meinen eigenen Geschäftsangelegenheiten. Ich betreibe die Sache kommender Generationen. Für sie schreibe ich einiges auf, was von segensreicher Wirkung sein könnte. Heilsame Ermahnungen, gleichsam Rezepte nützlicher Heilmittel, schreibe ich nieder. Ich habe ihre Wirksamkeit an meinen eigenen Geschwüren erprobt. Wenn diese auch noch nicht ausgeheilt sind, so haben sie doch aufgehört, weiterzufressen.

Den rechten Weg, den ich reichlich spät und nach langem Umherirren erkannte, will ich anderen zeigen. Meidet, was den Beifall der Menge findet, was euch der Zufall schenkt! Ich zahle nicht aus eigener Tasche. Bisher plündere ich immer noch den Epikur, bei dem ich heute folgenden Ausspruch las: Es ist so, ich habe meine Meinung nicht geändert: Fliehe vor der Menge, fliehe vor den wenigen, fliehe auch vor einem!

Du siehst, welch hohe Meinung ich von dir habe: Man erzählt sich von Krates [74] , er habe einen Jüngling, den er auf einsamen Wegen wandeln sah, gefragt, was er da allein täte. Nimm dich in acht und sei auf der Hut! Du sprichst mit einem schlechten Menschen. Trauernde und ängstliche Menschen pflegen wir genau zu beobachten, damit sie in der Einsamkeit nicht auf dumme Gedanken kommen.

Unverständige Menschen sollte man überhaupt nicht sich selbst überlassen. Dann überdenken sie nämlich schlimme Pläne, dann schaffen sie die Voraussetzungen für künftige gefährliche Situationen, in die sie sich und andere [39] bringen werden, dann lassen sie ihre verwerflichen Triebe der Reihe nach aufmarschieren. Alle schlechten Neigungen, die sich vorher aus Furcht oder Scham nicht hervorwagten, offenbaren sich dann.

Es wächst dann die Kühnheit, es steigt die Begierde, es schwillt der Zorn. Wir sollten uns einen sittlich hochstehenden Menschen ausersehen und ihn immer vor Augen haben. Dann werden wir so leben, als sähe er uns zu, und so handeln, als geschähe alles vor seinen Augen. Das, mein Lucilius, schlägt Epikur vor. Wir sollten uns einen Menschen ausersehen, zu dem wir in Verehrung aufblicken können.

Seine Autorität sollte auch unsere verborgensten Gedanken heiligen. Wer einen anderen Menschen so stark zu verehren vermag, wird selbst bald der Verehrung würdig sein. Wähle dir also den Cato oder, wenn der dir zu starr erscheint, einen Mann milderer Sinnesart, wie Laelius [75]. Ihn halte dir immer als Schirmherrn und als Beispiel vor Augen. Wir müssen jemand haben, nach dem wir unsere moralische Lebenshaltung ausrichten können.

Ohne eine Richtschnur kann man Fehler nicht korrigieren. Ich besuchte mein Landgut nahe der Stadt und beklagte mich über die Kosten für das einfallende Gebäude. Mein Verwalter beteuert, es sei nicht Schuld seiner Nachlässigkeit, er tue alles, aber das Landhaus sei alt. Dieses Haus wuchs aber unter meinen Händen empor: Ärgerlich ergreife ich die nächste Gelegenheit, ihm meinen Unwillen zu zeigen: Wie knotig und dürr sind ihre Äste, wie rauh und ungepflegt die Stämme!

Das wäre nicht so, wenn man den Boden um die Bäume herum gelockert, wenn man für Wasser gesorgt hätte. Wie schön ist es, seiner Begierden überdrüssig zu werden und sie hinter sich zu lassen! Man soll daher jeden Tag so einrichten, als schlösse er die Reihe unserer Tage ab, als setze er dem Leben ein Ziel und Ende. Unter dem Klatschen seiner Lustknaben wurde zur Musik gesungen: Beim Schlafengehen sollten wir uns sagen: Wenn Gott uns noch ein Morgen schenkt, werden wir es freudig entgegennehmen.

Wer sich am Abend gesagt hat: So wird er, meinst du, ohne eine Zugabe an mich gelangen? Habe keine Sorge, er bringt etwas mit. Warum sage ich nur etwas? Ist es doch viel. Denn es ist ein ganz ausgezeichneter Spruch, den ich diesem Brief für dich mitgebe: Stehen doch überall viele Wege in die Freiheit offen, kurze und bequeme.

Wir haben die Möglichkeit, alle widrigen Umstände niederzutreten. Was hast du mit fremdem Eigentum zu schaffen? Sonst stände es schlecht um unsere geistige Gesundheit, und auch der Körper, mag er noch so kräftig sein, hätte dann nur die Kraft, wie sie auch ein Wütender [43] und Wahnsinniger hat.

Sorge also vor allem für deine geistige Gesundheit, in zweiter Linie auch für die körperliche, die dich nicht viel kosten wird, wenn es dir um nichts anderes geht, als gesund zu sein.

Ich will dich durchaus nicht veranlassen, immer nur über Büchern und Schreibtafeln zu hocken. Ein Ausflug in der Sänfte rüttelt den Körper durch und hindert uns doch nicht an geistiger Beschäftigung: Du kannst dabei lesen, diktieren, dich unterhalten und zuhören.

Dies alles ist nicht einmal beim Spazierengehen unmöglich. Aber auch ein erträgliches Leben ist schon möglich, wenn man nur den Weg zur Weisheit beschritten hat. Diese einleuchtende Erkenntnis müssen wir jedoch festigen und durch tägliche Betrachtung tiefer in uns verankern. Es gehört nämlich mehr Energie dazu, an guten Vorsätzen festzuhalten, als edle Entschlüsse zu fassen. Es sind keine verlogenen [44] und nur auf Schein berechneten Worte. Ich will dir jedoch offen sagen, was ich empfinde.

Ich hege die schönsten Hoffnungen für dich, aber ich habe noch kein felsenfestes Zutrauen zu dir. Ich wollte, du tätest das gleiche. Du darfst dir nicht vorschnell und leichtfertig trauen.

Achte vor allem darauf, ob du nur in der Philosophie oder im Leben selbst Fortschritte gemacht hast. Die Philosophie ist keine Fertigkeit, mit der man vor die Masse treten kann. Sie ist nicht zur Schaustellung geeignet. Ihr Wesen liegt nicht in Worten, sondern in Taten. Man nimmt sie nicht zu Hilfe, um den Tag mit einem Zeitvertreib hinzubringen, um die Untätigkeit erträglich zu machen.

Die Philosophie will uns innerlich formen und bilden. Sie regelt unser Leben und leitet unsere Handlungen. Sie zeigt uns, was wir tun und lassen sollen. Sie hat das Steuer in der Hand und lenkt unsere Fahrt durch die verschiedensten Strömungen. Unzählige Zwischenfälle ereignen sich jede Stunde und fordern von uns besonnene Klugheit, die wiederum eine Gabe der Philosophie ist.

Es könnte einer sagen: Was nützt sie mir, wenn Gott unser Führer ist? Was nützt sie mir, wenn der Zufall regiert? Wenn alles vorherbestimmt ist, kann man nichts daran ändern. Gegen das Ungewisse andererseits nützen keine Vorbereitungen. Sie wird uns mahnen, Gott gern zu gehorchen, dem Schicksal Trotz zu bieten. Sie wird uns lehren, Gott Folge zu leisten, das Spiel des Zufalls zu ertragen.

Ich kehre daher zurück zu meiner Mahnung: Halte ihn durch und gib ihm Festigkeit, damit Charaktereigenschaft wird, was jetzt noch strebendes Bemühen ist. Es ist jetzt Dezember, und die ganze Bevölkerung ist in Aufruhr. Jeder darf jetzt seiner Vergnügungssucht freien Lauf lassen.

Tatsächlich aber besteht kein Unterschied mehr. Schalte einige Tage ein, an denen du dich mit wenig und einfacher Speise, mit derber und schmuckloser Kleidung begnügst und sage dir dann: Der Soldat lernt den Sturmangriff mitten im Frieden. Er wirft Wälle auf, ohne vom Feinde bedroht zu sein, und beschäftigt sich bis zur Erschöpfung mit überflüssigen Arbeiten, um im Ernstfall seinen Mann stehen zu können.

Dieser Überlegung sind weise Leute gefolgt, wenn sie allmonatlich die Armut nachahmten und sich freiwillige Entbehrungen auferlegten, um nicht später einmal einen Zustand zu fürchten, den sie schon so oft kennengelernt hatten. Das nimm drei oder vier Tage auf dich, manchmal auch einige Tage mehr, damit es nicht Spielerei sei, sondern eine ernste Prüfung.

Denn was man für die [47] dringendsten Bedürfnisse braucht, wird uns auch noch im Unglück erhalten bleiben. Gewöhne dich an das Zusammenleben mit der Armut. Nur, wer den Reichtum verachtet, besitzt göttliche Würde. Es freut mich, wenn du gesund bist und dich für wert hältst, einmal dir selbst zu gehören. Denn mir wird der Ruhm zufallen, dir aus Verhältnissen herausgeholfen zu haben, aus denen es für dich sonst keinen Ausweg gegeben hätte. Darum aber, mein Lucilius, bitte ich dich mit mahnender Stimme: Bestätige deine Worte mit der Tat.

Etwas anderes ist es was sich die Vortragskünstler als Lebenszweck gesetzt haben, wenn sie nach dem Beifall ihres Zuhörerkreises haschen. Etwas anderes schwebt auch den Leuten vor, die das Interesse der Jugend und der Nichtstuer durch die verschiedensten Erörterungen zu fesseln suchen.

Die Philosophie lehrt handeln, nicht reden. Unser Leben soll nicht mit unserer Rede in Widerspruch stehen. Schwierig ist es auf jeden Fall. Ich will auch nicht sagen, der Weise müsse immer im gleichen Schritt gehen.

Nimm dir nur eine Lebensregel zur Richtschnur deines Handelns und passe ihr dein ganzes Leben an. Solche Unterschiedlichkeit ist ein Charakterfehler und ein Zeichen inneren Schwankens bei einem Menschen, der noch keine klare Lebenslinie gefunden hat. Immer dasselbe wollen und immer dasselbe nicht wollen.

Es bedarf nicht der Einschränkung:





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